Protokoll zur konstituierenden Sitzung
Runder Tisch Energie

in der Universität Hamburg am 5.12.1996
im Zoologischen Institut, Martin-Luther-King-Platz 3

Geladen hatte Herr Prof. Hartwig Spitzer (II. Institut für Experimentalphysik), mit dem Ziel einen Kreis von interessierten Hochschulangehörigen und potentiellen Kooperationspartnern zum Thema Energienutzung und -optimierung in der Universität zusammenzubringen. Der Runde Tisch soll Anstöße für einen verantwortungsbewußten, rationellen Umgang mit Energie in der Universität geben. Der Runde Tisch wird eng mit dem Arbeitskreis Agenda 21 der Universität Hamburg kooperieren.

Anwesende:

siehe Anhang

I. Vorstellung

Nach der Begrüßung durch Herrn Prof. Spitzer stellen sich die 13 Teilnehmenden vor. Insbesondere werden die Erwartungen jedes/r einzelnen an einen runden Tisch Energie formuliert.

II. Ziele

Als übergeordnetes Ziel des Runden Tisches wird die Konkretisierung der Bestrebungen des Arbeitskreises Agenda 21 gesehen. In Anlehnung an die Fachhochschule Hamburg wird das Motto "Wir fangen bei uns selber an" vorgeschlagen. Zu den Aufgaben des Runden Tisches gehört ein Anregen von strukturellen Veränderungen an der Universität, die dezentrale Energieoptimierung und verantwortliches Handeln der Nutzer fördern. Einspargewinne sollen nach Möglichkeit den Einrichtungen zugute kommen, in denen sie erzielt wurden. Mit den Stimmen aller Beteiligten konstituiert sich der Runde Tisch Energie in der Universität Hamburg.

III. Vortrag von Herrn Dr. Christoph Krupp (Leiter des Grundsatzreferates der Energieabteilung der Umweltbehörde, Mitglied des Zukunftsrates):

Herr Dr. Krupp diskutiert Ziele der Agenda 21 und der Studie Zukunftsfähiges Deutschland. Er stellt Möglichkeiten dar, energiesparende Maßnahmen durchzuführen, die ein wirtschaftliches Potential darstellen und weist zudem auf Möglichkeiten von Leistungssubstitutionen hin. So würde ein Komplettaustausch aller herkömmlichen Lampen in den öffentlichen Gebäuden Hamburgs ein 26 MW-Kraftwerk überflüssig machen und sich innerhalb von 4 Jahren amortisiert haben. Herr Dr. Krupp stellt die Konzepte der Umweltbehörde bezüglich umweltrelevanter Interventionen/Maßnahmen dar:
  1. Sanierung
  2. Betrieb (Steuerung von Anlagen, Leistungsmanagement)
  3. Verhalten (Förderung eines bewußten Umgangs mit Ressourcen)
Es wird betont, daß (a) eine Maßnahme wesentlich effektiver ist, wenn auf das Know How des Nutzenden zugegriffen wird und (b) der Nutzende ein adäquates Feedback über seinenUmgang mit den Ressourcen braucht , um sein energiebezogenes Verhalten adäquat zu gestalten.

Die Abteilung Energie der Umweltbehörde gliedert sich wie folgt:

  1. Grundsatzreferat/Klimapolitik
  2. Referat Wärme (fördert z.B. Blockheizkraftwerke)
  3. Referat Strom (fördert z.B. den Leuchtentausch)
  4. Referat Energiewirtschaft
  5. Referat Wasser

In Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde wird darüber hinaus das Projekt Fifty-Fifty an Hamburger Schulen durchgeführt. Die Hamburger Schulen können die Hälfte der durch bewußten Umgang mit Energie erzielten Einspargewinne für sich behalten. Der Runde Tisch kommt überein, die Verantwortlichen dieses Projektes, Herren Nobis und Thiel zu einem der folgenden Treffen einzuladen.

Zum Abschluß seines Vortrages betont Herr Dr. Krupp, daß es wichtig sei, für die Umsetzung von Maßnahmen an der Universität Hamburg Menschen zu finden, die aus Überzeugung umweltgerecht handeln. Viele Maßnahmen seien schon erfolgreich, wenn nur einige Individuen umweltgerecht handeln (Beispiel: Licht ausschalten nach Verlassen des Seminarraumes). Das Schaffen von Anreizen hat dabei eine Schlüsselwirkung:

IV. Wünsche und Ziele der Teilnehmenden

Die Teilnehmenden stellten einen Wunsch- und Zielkatalog auf, der in den nächsten Treffen durchgearbeitet werden soll:
  1. Energie sparen - Ressourcen schonen
  2. Nutzungsverhalten ändern (z.B. durch Anreize)
  3. Moderatoren von strukturellen Veränderungen identifizieren und anregen
  4. Überblick verschaffen - wer macht was an der Uni, in den Behörden (in Verwaltung und Technik)
  5. Konkrete Projekte durchführen (z.B. in einem bestimmten Gebäude)
  6. Interaktion physikalischer und wirtschaftlicher Aspekte
  7. Verbrauch beim Nutzenden anzeigen/abrechnen
  8. Datenbasis gewinnen
  9. Indikatoren für den Zusammenhang von Nutzerverhalten und Stromverbrauch gewinnen
  10. Maßstäbe für die Datenbewertung entwickeln
  11. Aktivierung der Universität als Gesamtheit
  12. Motivation und Umweltbewußtsein stärken
  13. Sanierungen anstreben
  14. Runde Tische in den Fachbereichen installieren
  15. Haushaltsrechtliche Veränderungen über Anreize induzieren
  16. Weiterbildung/Öffentlichkeitsarbeit intensivieren
  17. Messung des eigenen persönlichenVerbrauches

V. Angebote der Teilnehmenden:

Es wurden die folgenden Angebote für die Ausgestaltung der Arbeit des Runden Tisches gemacht.
ZEWU:
Meßgeräte und Know How zur Verfügung stellen
Psychologie (O. Kannapin, F. Zinn):
sozialwissenschaftliche Begleitung, Erstellen von Nutzerprofilen,Verlaufskontrollen
Informatik (AG Prof.Rolf):
Datentechnischen Rahmen für Verbrauchsanalyse sowie Werkzeuge für Stoffstromanalysen (Software) zur Verfügung stellen
Herr Jantz:
Stellt Kontakt zum AStA und zu Wirtschaftswissenschaftlern her
Herr Prof. Zimmerer:
Bietet die Möglichkeit, eine Diplomarbeit zur Verbrauchsanalyse zu betreuen (Hasylab)
Herr Zeise:
Beratung bei Fragen zur Durchführung von Maßnahmen

IV. Nächstes Treffen

Das nächstes Treffen wird am Montag dem 20. Januar um 17:00 Uhr im Zoologischen Institut, Martin-Luther-King-Platz 3, Raum U17 stattfinden.

Frank Zinn


Zum Protokoll vom 20.1.97
Zurück zur Homepage Runder Tisch Energie

Last modified: Mon Apr 21 11:18:58 1997