Energie-Tisch der Universität Hamburg

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Energie-Tisch - was steckt dahinter?

20,5 Millionen Mark Energie- und Wasserkosten, darunter allein 11 Millionen Mark für Strom und 6,7 Millionen Mark für Heizkosten - das sind die nüchternen Verbrauchszahlen der Universität Hamburg für 1995. Und das wohlgemerkt ohne das Universitätskrankenhaus. Dessen Energie- und Wasserrechnung belief sich auf zusätzliche zwölf Millionen Mark! Die Summen sind enorm und weisen auf die Vergeudung oder unbedachte Nutzung wertvoller Ressourcen hin.

Soll es so weitergehen? Kann es so weitergehen?

Bislang kam der Strom ganz einfach "aus der Steckdose", warm wurde es im Winter ohnehin und über den Wasserverbrauch hat sich bislang kaum einer Gedanken gemacht. Die Rechnung zahlten ja ohnehin andere, Einsparungen schlugen lediglich beim Finanzsenator zu Buche. Seit Einführung des Globalhaushalts kommen sie aber der Universität und dem einsparenden Institut direkt zugute. Doch wie kann dies konkret aussehen? Eine Verordnung zur Energieeinsparung an der Universität wird wohl kaum der richtige Weg sein. Auch allein technische Verbesserungen werden das schlummernde Einsparpotential nicht ausschöpfen können. Das traditionelle Top-Down Vorgehen stößt erfahrungsgemäß nach einigen möglichen Anfangserfolgen rasch an Grenzen und kann nur in den seltensten Fällen das Nutzerverhalten wesentlich verändern. Also lag die Idee nahe, ein bewährtes Instrument wie das der Energie-Tische einzusetzen, das versteckte Potentiale erschließen hilft.

Was aber ist das, ein Energie-Tisch?

(Link zu uköb-Text) Er ist weder ein multifunktionales Möbelstück noch ein Perpetuum Mobile zur Energieerzeugung, sondern eine Art Think Tank, der das kreative Potential aller an diesem Gremium Teilnehmenden zusammenführt, um mit neuen Initiativen und Ideen Projekte anzustoßen und umzusetzen. Das Institut für Organisationskommunikation (IFOK) hat die Energie-Tische in Städten, Kreisen und Gemeinden als Kern der bundesweiten Kampagne zur CO2-Vermeidung bei Kommunen und Verbrauchern entwickelt und bereits in über 20 Gemeinden durchgeführt. An kommunalen "Energie-Tischen", als einer Methode zur ergebnisorientierten partizipativen Projektentwicklung, erarbeiten Bürger zusammen mit Experten beispielsweise Kooperationsprojekte, um Kohlenstoffdioxidemissionen in ihrer Stadt zu reduzieren. Diese Erfahrungen sollen nun von IFOK auf den universitären Prozeß übertragen werden. Durch den spezifischen Moderationsansatz soll die Projektphase an der Universität Hamburg Auslöser für einen kontinuierlichen Prozeß der eigenverantwortlichen Umsetzung und Weiterführung durch die Fachbereiche und Institute sein.

Nicht einer, alle werden gewinnen

Der Energie-Tisch überträgt aber nicht nur das bei Kommunen bewährte Vorgehen erstmalig auf eine Universität, sondern auch das seit 1994 an Hamburger Schulen vielfach erfolgreich praktizierte fifty-fifty-Programm: 50 Prozent der (durch Änderung des Nutzerverhaltens) eingesparten Energiekosten erhalten die Schulen zur freien Verwendung. Dadurch wurde an bisher über 40 Schulen eine unerwartete Dynamik in Gang gesetzt, nicht nur bei der Optimierung von Beleuchtung, Heizung und Belüftung, sondern auch im Unterricht: Energie - ein Thema, bei dem man viel lernen kann. Gleiches kann auch für die Universität gelten. Aufgrund veränderten Nutzerverhaltens, der Einführung einer nutzernahen Verrechnung der Verbräuche und der Schaffung eines Anreiz- und Beratungssystems könnten, so die Einschätzung des Initiators des " Runden Tisches Energie" Professor Hartwig Spitzer, die Energiekosten der Universität um mindestens zwei Millionen Mark gesenkt werden - zum Nutzen der Uni wie der Umwelt. Im Gegensatz zu den Schulen kann die Universität dank des Globalhaushalts sogar über die vollen 100 Prozent der eingesparten Kosten verfügen: Nach Abrechnung der Projektkosten (für Verrechnung und Beratung) sollen die Einspargewinne je zur Hälfte zwischen der Universität als Träger und dem die Einsparung erzielenden Fachbereich aufgeteilt werden. Je größer die Einsparung, desto höher die dadurch frei werdenden Mittel. Damit gewinnen letztlich alle bei diesem Projekt: die Umwelt durch weniger Schadstoffausstoß und weniger Rohstoffverbrauch, die Universität durch geringere Energiekosten und der Fachbereich durch zusätzliche Finanzmittel.

Energie-Tisch: Wer dort was, wie macht

Offizieller Startschuß für den Hamburger Energie-Tisch ist die öffentliche Auftaktveranstaltung am Dienstag, den 4. November 1997. Der eigentliche Energie-Tisch trifft sich am 5.11.1997 zu seiner ersten Arbeitssitzung. Den Teilnehmerkreis bilden rund 25 Universitätsangehörige, die die ganze Vielfalt der an der Universität tätigen Personen repräsentieren: von Vertretern der Studentenschaft und der Verwaltung bis hin zum Lehrkörper. In der ersten Phase sitzen insbesondere Vertreter der Fachbereiche Biologie, Chemie, Informatik, Physik und des Rechenzentrums mit am Tisch. Zwischen den alle 6-8 Wochen durchgeführten Sitzungen des Energie-Tischs werden Einzelaspekte in Arbeitskreisen unter Einbindung weiterer Teilnehmer und Experten vertieft. Von der Idee zur konkreten Einsparung Ziel des Energie-Tischs ist die Umsetzung konkreter Projekte und letztlich die Veränderung der Unternehmenskultur der Universität: da die entwickelten Ideen und Projekte nicht nur eine Sammlung des Guten, Wahren und Schönen sind, belegt ab Frühjahr 1998 ein monatlich aktualisierter Thermometer.

Wer steht dahinter

Der Energie-Tisch ist eines von mehreren Projekten zur Organisationsentwicklung der Universität Hamburg. Das Projekt wird von Prof. Hartmut Spitzer (FB Physik) und Ing. H.-P. Heise (Technischer Dienst) koordiniert. Die Arbeitsstelle Universitätsentwicklung Pro Uni übernimmt die Vorfinanzierung der ersten Moderation.

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Last modified: Tue Nov 4 11:20:02 1997